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Immer der Elbe nach

Aus Prag erreichen uns Grüße von Josef, einem Sommergast - dazu eine kleine Geschichte, geschehen am 12. Juli letzten Jahres.

 

Und sie beginnt so...

 

Ich, mit dem Kajak "Hecht" am 12. Juli "stromauf" gestartet, sehe oberhalb der Fähre schon von weitem einen Canadier.

Wir begegnen uns kurz vor dem Steutzer Anger beim Elbe km 273,4. Das Boot "Elli" ist farb- und baugleich unserem C2, dem "Hermes", meinem sonstigen Stammboot.  

Als passionierter Canadier-Fahrer war ich schon aus der Ferne fasziniert von seinem kräftig weit ausholendem Kellenschlag.

Sein Boot "Elli" hat ihn von der Quelle der Moldau nach korrigierter Zahl ca. 880 km sicher bis zu uns "geschippert", doch sein Ziel war anspruchsvoll. 

 


Da es abends knapp 19 Uhr war, nahm er die Einladung zu uns gern an. Dies jedoch nur für ganze 2 Stunden, um Handy und Powerbank aufzuladen. Leider hatte bereits unmittelbar nach Fahrtantritt eine kräftige Windböe Neptun mit seinem angedachten Solarstromversorger beschenkt.

So blieb Zeit für'n gemütlichen Schluck, einen Blick in die Bootshalle und sogar einen über den Hafendamm zu den Schwerlastkrananlagen.

 

Hier wurden erst vor kurzem, 8 große Gärreaktoren für Tschechiens  Bierbrauer zur weiteren Verschiffung nach Prag verladen. 


Beeindruckt vom Geschehen hinter dem Akener Hafendamm, kam an der Hochwassermarke des Bootshauses vom Jahr 2013 der Ausruf: "unglaublich - bis an die Decke... "!

Nun, mit aufgetankter Energie und interessanten Eindrücken wurde die Stippvisite beendet und Josef nahm, die Kelle wieder kräftig ziehend, Fahrt auf dem Tagesziel - Saalemündung bis Sonnenuntergang - entgegen.


Nur zwei Tage später erhielten wir ein Foto vom Prager IT-Spezialisten - an der 1.000 km Marke. Er ahnt nicht, was ihn noch erwartet.

Im Herbst kommen weitere interessante Eindrücke von seiner Tour, die er zeitlich etwas dehnen konnte, dank des Verständnisses seines Arbeitgebers in Prag.

"Die Elbe abwärts und sich treiben lassen" war sein Slogan. Keine Zeit vergeuden! Aufstehen, einpacken und dann wird gleich im Boot gefrühstückt - stets sein Ziel vor Augen: Die Mündung des Stroms.

Beeindruckend sind die großen Pötte im Hamburger Hafen und bezaubernd die neugierige Robbe.    

 


Doch dann zehren Wind und Wellen an Kraft und Zeit.  Ich kann ihm in der Situation gut nachfühlen, denn 2019 beendete ich meine Elbe Tour nach 333 km in Hamburg-Bullenhausen, an der Teilung Norderelbe und Süderelbe, aus eben diesem Grund. 

Mir war da schon nach Boizenburg und Lauenburg eine mehrtägige Pause von Petrus auferlegt. Auf diesem Abschnitt hatte ich mein Fahrrad erstmals am Boot verzurrt.

Die Zeit im Nacken überwand Josef die 32 restlichen Kilometer in anderthalb Tagen, sein Boot über Land hinter sich herziehend.

Mit Humor und Zuversicht strebte er dem Ziel - Cuxhaven und die hölzerne Kugelbake - entgegen.

STOLZ präsentiert er sich mit Boot an der Mündung für ein Zielfoto. 


*Fotos und Videos: Josef aus Prag und Reiner Liebmann*


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