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Drei "Hamburger Jungs" entdecken die Elbe neu

von: Bonnik, Lauritz & Bo.

Wir, Bonnik, Lauritz und Bo (3x21), aus Hamburg fahren in vier Tagen mit zwei Kanus des Kanuclubs Aken von Torgau bis Aken die Elbe entlang. Wir berichten jeden Tag kurz von unseren Erlebnissen und Erfahrungen beim Paddeln. 

Tag 1 - 25. Juli 2016

Der Tag begann mit der Abholung der Kanus (1 Kanadier, 1 Kajak) am Bootshaus in Aken und mit dem Transport dieser und unseres Gepäcks nach Torgau per Taxi. Im Vorwege hatten wir bereits mit Roger, bei dem wir uns an dieser Stelle herzlich für seine Mühen und seine Hilfe bedanken wollen, die Route und einige organisatorischen Aspekte abgeklärt.

 

Nachdem wir in Torgau eine geeignete Stelle gefunden hatten, um die Boote ins Wasser zu lassen und endlich alles Gepäck verstaut hatten, konnten wir unsere ersten Paddelschläge unserer Reise machen. Am Anfang ging es etwas holprig voran und wir mussten einige Pausen einlegen, aber jeden Flusskilometer, dem wir unserem Tagesziel näher kamen, wurden die Bewegungsabläufe fließender und außerdem erkannten wir schnell den Vorteil des Paddeln stromabwärts.

Wir hatten uns knappe 30 km als Tagesziel gesetzt und damit den Ort Pretzsch bei Flusskilometer 185 als Übernachtungsort.

Als wir um 17:00 Uhr in Pretzsch an der Fähre ankamen, entschieden wir uns, auf Grund der geweckten Paddelbegeisterung trotz der späten Stunde weitere 15 km bis nach Elster zu fahren.

Auf der Fahrt wurden nicht nur unsere Arme immer schwerer, sondern es fing spontan auch noch zu regnen an. 

Mit zusammengebissen Zähnen und klatschnaß erreichten wir Elster um 19:00 Uhr zwar vollkommen müde, aber glücklich über unseren ersten Routentag. 

 

Bis Morgen!

Bonnik, Lauritz und Bo.


Tag 2 - 26. Juli 2016

Nachdem wir eine stürmische Nacht auf dem Zeltplatz des Kanuclubs Elster überstanden hatten und durch den unerwünschten Besuch einer ganzen Ameisenkolonie geweckt wurden, befand sich unsere Motivation weiter zu Paddeln im Keller. Dieser Umstand wurde nicht dadurch geschmälert, dass der Regen der Sonne nicht weichen wollte. 

Als dann endlich der Regen gegen Mittag nachließ und der Sonne Platz machte, stachen wir in See.

Unser nächstes Ziel sollte 13km weiter elbabwärts liegen, die Lutherstadt Wittenberg. Da wir für diesen Tag eine sehr entspannte Distanz vor uns hatten, ließen wir uns auf diesem Abschnitt auch gerne mal treiben, um einfach auch mal die Stille der Natur um uns herum und die mittlerweile wieder prall scheinende Sonne zu genießen. Diese Idylle wurde zeitweise von einem großen Flusskreutzfahrtschiff und mehreren Binnenschiffen unterbrochen.

Nach kurzer Recherche in unserer Tourenkarte hatten wir uns entschlossen, Rast in dem Ruderclub Wittenberg zu machen und nachdem unsere Campingausrüstung von letzter Nacht noch komplett durchnässt war, kam uns ein festes Dach über dem Kopf sehr recht. 

Nachmittags erkundeten wir dann die geschichtsträchtige Altstadt von der Lutherstadt Wittenberg und stießen bei einem Kaltgetränk auf den Geburtstag von Bo, unserem Paddelkameraden an.

Wir freuen uns schon auf Morgen und auf ein richtiges Bett heute Nacht.

 

Liebe Grüße an alle Paddelbegeisterten

Bo, Bonnik und Lauritz


Tag 3- 27. Juli 2016

Nach der erholsamen Nacht im Ruderclub in Wittenberg und einem stärkenden Frühstück setzten wir die Boote recht früh ins Wasser und paddelten weiter elbabwärts. Beim Einsetzen der Boote fiel uns allerdings der Diebstahl unseres Wasservorrates auf.

Vockerode, ein kleineres Dorf 30 km den Fluß entlang, sollte unsere nächste Tagesetappe darstellen. Im Vorwege buchten wir ein Zimmer in einer kleinen Pension. Außerdem suchten wir uns einzen Supermarkt direkt an der Elbe in Coswig heraus, um den fehlenden Wasservorrat wieder aufzufüllen. Soweit so gut, allerdings kam es alles etwas anders als erwartet.

 

Anfangs starteten wir bei schönem Wetter und das Paddeln ging uns gut von der Hand, bis wir bei Flusskilometer 231 die sich auftürmenden grauen Wolkenberge hinter uns bemerkten. Trotz unser immer schneller werdenden Paddelschläge näherten sich die Regenwolken immer bedrohlicher und einzelnes Donnergrollen war zu vernehmen. Wir entschieden uns, an das Ufer zu fahren und erst einmal abzuwarten, welche Entwicklung das Wetter nehmen würde. 

 

Als dann der Regen noch stärker wurde und die Lichter der Blitze immer näher aufleuchteten, entschieden wir uns dazu, die Kanus an Land zu hieven, sie leer zu räumen und umzudrehen, um sich darunter vor dem Gröbsten zu schützen. Gerade im rechten Augenblick, denn als wir unseren Notunterschlupf fertig errichtet hatten, entlud sich der Himmel über uns und es regnete wie aus Kübeln.

Über eine Stunde lang prasselte es auf uns und unsere Kanus, bis der Himmel langsam aufklarte und wir uns entschieden, die Tagesroute weiter fortzusetzen.

Ganz erspart blieb uns der Regen beim Paddeln zwar nicht, aber da wir ohnehin schon komplett durchnässt waren, störte uns das nicht weiter. Wir entschieden uns allerdings, den geplanten Halt in Coswig auszulassen und kamen deswegen um 17:00 Uhr in Vockerode an.

Dort erwartete uns unsere Unterkunft und eine wohlverdiente warme Dusche. 

 

Trotz oder sogar wegen des Unwetters war es ein erlebnisreicher und abenteuerlicher Tag, mal schauen was uns morgen so erwartet.

Bo, Bonnik und Lauritz



Tag 4- 28. Juli 2016

Etwas  wehmütig aber voller Freude auf unseren letzten Abschnitt der Reise starteten wir mit unseren Kajaks in Richtung Aken. Die Wolken am Himmel und die Wettervorhersage versprachen fürs Erste einen angenehmen Paddeltag. Der Elbverlauf sollte uns heute von Vockerode durch Dessau und Roßlau, entlang des Biber-Biosphärenreservats in Richtung Heimat führen.

Unser Paddelkamerad Bonnik versuchte sich heute das allererste Mal in einem Kajak und fand schnell Gefallen daran. Mit zunehmenden Kilometern entdeckte er aber auch die Unterschiede der körperlichen Belastung zum Stechpaddeln.

 

In der entstandenen Mittagshitze pausierten wir auf einer Sandbank und genossen ein letztes Mal die Abkühlung an einer Elbbuhne. Ganz entspannt setzten wir unsere Reise fort und nahmen nach dem Passieren des Kornhauses Kurs auf die Elbterrassen zu Brambach, wo uns auf einem Boot stehend jemand zu winken schien. Durch einige, mittlerweile routinierte Paddelschläge näherten wir uns und identifizierten die winkende Person als den Akener Kanuclubvorsitzenden persönlich, der zufälligerweise mit seinem Segelboot bei Brambach lag. Wir berichteten von den Geschehnissen und unseren Erfahrungen auf der Reise.

Die nächsten Kilometer fuhren wir im Verband, begleitet von Roger auf seinem Segelboot und die Gegend um uns herum kam uns immer vertrauter vor. Spätestens beim Passieren des Fährhauses und der Akener Gierseilfähre freuten wir uns, bald endgültig festen Boden unter den Füßen zu haben.

Beim Bootshaus wurden wir freundlich und erwartungsvoll von der Webseitenkorrespondenz begrüßt, die das Einlaufen unserer Kanus beim Kanuclub festhielt.

Nun blieb uns nur noch übrig, die Kanus aus dem Wasser zu heben, diese zu reinigen und uns ins Vereinsbuch einzutragen.

 

Abschließend war die Reise eine tolle Erfahrung für uns alle, trotz einiger Schwierigkeiten, die wir zwischendurch hatten. Wir können jedem eine solche naturverbundene Reise empfehlen. Für uns wird es bestimmt nicht die letzte Kanutour gewesen sein.

An dieser Stelle möchten wir uns ausdrücklich für die tolle Unterstützung des Kanuclubs Aken, sowie persönlich bei Roger und Mathias bedanken. Ohne euch wäre diese Reise so nicht möglich gewesen.

 

Bis zum nächsten Mal

Macht's gut!

Bo, Bonnik und Lauritz



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Kommentare: 1
  • #1

    Reinhard Liebmann (Dienstag, 09 August 2016 23:55)

    In Wort und Bild ein erkennbar lebensfroher Bericht ,herzerfrischend humorvoll mit toll gemeisterten Schwierigkeiten
    bei unangenehmen Wetter. Gäste die man immer wieder gern begrüßt.
    Jungs macht weiter so . . . !