Berg- & Talfahrt - kuliarisch ausgeglichen

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*Text: M. Döbbert*  *Fotos: M. Helmer, P. Weitsch*

Im Frühling, ganz besonders im April, ist ein so unverschämt gutes Wetter purer Luxus. 

Die Sonne schien mit aller ihr zur Verfügung stehenden Kraft und kaum ein Windhauch wollte sich uns, einer wackeren Schar von einem Dutzend Enthusiasten entgegenstemmen. Windräder hatten alle Mühe in Bewegung zu bleiben. Zarte Federwölkchen malten fantasievolle Bilder an den azurblauen Himmel. Die Temperatur drängten temperamentvoll aus dem einstelligen in den zweistelligen Bereich.

So sonnig wie das Wetter war auch die Stimmung an diesem Sonntagmorgen und die Begrüßung am Bootshaus fiel dementsprechend herzlich aus. Schnell waren die Boote verladen und verzurrt und wir starteten in einem Minikonvoi Richtung Wettin. Die Dörfer, welche wir auf unserer Fahrt passierten, kannten die meisten von uns nur vom Hörensagen. Leichtes Grün von Getreidefeldern und sattes Gelb blühenden Rapses zierten den Weg.

Erwartungsvoll erreichten wir Wettin an der Saale, den Ausgangspunkt unserer heutigen Tour. Nun setzte das übliche Gewusel ein. Gurte wurden gelöst, Ausrüstung verteilt, Sitze und Steuer eingestellt, Klamotten gewechselt, das Gruppen-starterfoto geknipst.

Der Einstieg klappte wunderbar und nach kurzer Zeit schon setzte sich unsere kleine Flotte in Marsch.

 

 

Pia und Marko legten ein stolzes Tempo vor und die Gruppe überwand zügig Kilometer für Kilometer. Unterwegs konnte man die roten Porphyrfelsen bei Gimritz wahrnehmen oder die erwachenden Weiden an den Ufern. Gespräche und Scherze von Boot zu Boot sorgten für entspannte Heiterkeit. Man entledigte sich erster Kleidungsschichten und ließ sich vom wärmenden Fixstern verwöhnen. Gegen Mittag erreichten wir unser vorläufiges Ziel, das Café Saalekiez in Brachwitz.

Das urige Szene Café war mitnichten ein Geheimtipp. Camper, Kurzurlauber und Fahrradtouristen waren herbeigeströmt, um Kesselgulasch, Hähnchenspieß und Palatschinken zu verdrücken, Kaffee und Kuchen zu konsumieren oder einfach ein gepflegtes Bierchen zu bestellen. Nach 11 Kilometern Bergfahrt konnten wir über Appetitlosigkeit nicht klagen. So wurde am Tresen munter bestellt, jeder nach seinem Geschmack. Nur Frank ging leider leer aus, denn die Küche musste vor seiner Nase wegen übermäßigen Andrangs schließen. Der Rest der glorreichen Zwölf genoss die dargebotenen Leckereien. Eine Eistüte setzte dem Menü das Krönchen auf.

 

 

 

Gut gestärkt und mit Hoffnung auf minimale Strömung bergab setzte unsere Mannschaft ihren Weg zurück nach Wettin fort. Anfangs paddelten wir in Parallelformation, die gesamte Saalebreite einnehmend, doch dann rissen unterschiedliche Konditionen der Teilnehmer das Feld auseinander. Vielleicht waren auch verschiedene Kaloriengehalte der Mittagsspeisen der geheime Grund. Eine Brise Gegenwind verschleierte die Tatsache, dass Klärchen unvermindert UV-Strahlung auf uns herabrieseln ließ. Die angelegten Schwimmwesten waren heute reiner Zierrat, denn wir hatten keine Kenterung während der Fahrt oder beim Ausstieg in Wettin zu beklagen.

Der Tag war noch jung und wir beschlossen, die Berg- und Talfahrt auf Silvanos Sonnenterrasse ausklingen zu lassen. Es wurden Eisbecher und Rote Grütze, Kaffee, Latte und Cappuccino, Eiskaffee und Eiswasser sowie Bier vom Fass geordert. Unser hungriger Frank tröstete sich mit einem Grillwürstchen.

 

 

Nach dieser Aufzählung der Köstlichkeiten, dürfte der eine oder andere Sportfreund sicherlich auf den Geschmack gekommen sein, im nächsten Jahr die Berg- und Talfahrt einmal selbst zu wagen. Vom Fleisch gefallen ist wegen der absolvierten 22 Kilomerter jedenfalls keiner von uns.


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