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Kanu

 

Das Wort Kanu ist im deutschsprachigen Raum der Oberbegriff für Boote, die mit Paddeln in Blickrichtung bewegt werden, auch Paddelboot genannt. Im Gegensatz dazu werden Ruderboote in der Regel mit dem Rücken zur Fahrtrichtung gerudert, um Wandergaststätten nachweinen zu können :-). Bei Ruderbooten ist das Ruder mit dem Bootsrumpf verbunden, während in einem Kanu die Paddel frei geführt werden.

 

In den englischsprachigen Gebieten der USA und Kanada werden Canadier als Canoe bezeichnet. Die gleichlautende Übertragung von Canoe zu Kanu hat dazu geführt, dass in der deutschen Sprache gelegentlich fälschlich zwischen „Kanu“ (eigentlich der Oberbegriff) und „Kajak“ unterschieden wird, obwohl mit dem ersteren ein „Canadier“ gemeint ist.

 

Zwei wesentlichen Untergruppen von Kanus:

  • Kajak

Das Wort Kajak kommt von dem grönländischen Qajaq, einem Paddelboot mit Ursprung in der Arktis, und bezeichnet einen Bootstyp, der mittels Doppelpaddel angetrieben wird und dessen Insassen in Fahrtrichtung sitzen. Von der Sitzposition Langsitz aus werden die Oberschenkel seitlich im Rumpf verspreizt. Die Bootsöffnung, in der der Kajakfahrer sitzt, ist so eng, dass sie vollkommen von ihm ausgefüllt wird.

  • Canadier (auch Kanadier)

Ein Canadier ist ein offenes Kanu, das sitzend oder kniend gefahren und mit Stechpaddeln bewegt wird. Ursprünglich wurde es von den nordamerikanischen Indianern als Fortbewegungsmittel in den dicht bewaldeten und unwegsamen Gebieten Nordamerikas benutzt. 


  • Anpaddeln

Erste fröhliche Vereinsausfahrt nach der Winterpause. 

  • Abpaddeln

Letzte fröhliche Vereinsausfahrt vor dem Eispaddeln und der Winterpause. 

  • Backbord und Steuerbord

Backbord bezeichnet, vom Heck zum Bug gesehen, die linke Seite eines Wasser-, Luft- oder Raumfahrzeugs.

Die rechte Seite wird mit Steuerbord bezeichnet.

 

Die einfachste Merkhilfe: "Back" enthält ein "k" wie "links"; "Steuer" ein "r" wie "rechts". 

 

oder:😄Auf genau diese Frage gab der Kapitän dem Schiffsjungen eine BACKpfeife, so dass die Backe rot wurde.

Da die Backpfeife normalerweise mit der rechten Hand ausgeführt würd, landet sie auf der LINKEN Backe.😄

 

Also ist Backbord links und führt eine rote Positionsleuchte.

Steuerbord ist demnach rechts. Die Positionsleuchte ist grün. 

  • Bake

Im Gegensatz zu den schwimmenden Seezeichen sind Baken fest mit dem Grund verankerte Markierungen ohne Befeuerung (also ohne Lichtzeichen). Das Wort Bake stammt aus dem Niederdeutschen. Im Mittelalter verstand man unter dem Begriff Bake so viel wie Zeichen (zur Orientierung). Oft dient sie der Markierung von Fahrwassern. Baken werden in Ufernähe aufgestellt und sind Konstruktionen aus Holz, Stahl oder auch Stein. Baken zur Kennzeichnung von Buhnen werden auch Buhnenbaken, gelegentlich Warnbaken, genannt. Oft gibt man ihnen eine auffällige Form und typische Farben sowie ein entsprechendes Toppzeichen an der Spitze.

Rote Baken (steuerbords) sind bei uns in Aken beliebter Ruhe-, Trocken- und Startplatz für Kormorane.


  • Es gibt unterschiedliche Bauweisen von Booten. Die wichtigsten Unterschiede sind:

 Länge

•   je länger, desto schneller, kursstabiler und mehr Zupackmöglichkeit

•   je kürzer, desto wendiger und kraftsparender

 

Breite

•   Je schlanker, desto schneller

•   Je breiter, desto kippstabiler

 

Querschnitt

•   Je flacher der Boden, desto höher ist die Anfangsstabilität

•   Je runder der Boden, desto lauffreudiger und desto höher ist die Endstabilität (stabiler bei Wellengang)

•  Je stärker der Kiel (V-From), desto kursstabiler und schneller    

 

 Shape

•   Je schneller das Boot breit (=bauchig) wird, desto höher ist die Wendigkeit

•   Je allmählicher das Boot breiter wird, desto höher ist die Lauffreudigkeit

 

Bug-/Heckform

•   Je spitzer, desto geringer der Wasserwiderstand und desto besser die Laufeigenschaft

•   Je runder und stumpfer, desto voluminöser und desto geringer ist das Risiko des Reinschwappens des Wassers

 

Kielsprung

•   Je stärker der Kielsprung (= die Biegung des Bootsbodens), desto drehfreudiger und wendiger

•   Je geringer der Kielsprung, desto lauffreudiger und kursstabiler    

  • Bober

Ein Bober ist ein schwimmendes Seezeichen, das die Fahrrinne eines Flusses, Stromes oder einer Seewasserstraße kennzeichnet. Er ist wie eine Fahrwasser-Tonne oder eine einfache schwimmende Stange rot oder grün, aber im Gegensatz zu diesen balkenförmig. Oftmals liegt ein Bober bei normalen Wasserständen auf dem Trockenen und schwimmt nur bei Hochwasser auf. Durch eine Kette wird er an seiner Stelle gehalten.

An zahlreichen Buhnenköpfen ist der Bober neben der Bake befestigt. Bei Hochwasser tänzelt er noch deutlich sichtbar an der Oberfläche, während der Bake das Wasser bereits bis zum Halse steht.

  • Boje

Eine Boje ist ein kugel-, kegel- oder tonnenförmiger Schwimmkörper, der im Allgemeinen verankert ist. Je nach Größe und Verwendung sind Bojen als Hohlkörper aus Metall, Kunststoff oder massiv aus Kork hergestellt. Bojen werden zum Festmachen von Wasserfahrzeugen, als Markierungszeichen für die Lage von Ankern („Ankerboje“), als Signalbojen für Taucher (oft aus füllbaren Blasen aus Folie oder Textil) usw. verwendet. Bojenketten dienen auch als Grenzmarkierungen, vor allem als Markierung der Grenzen von Naturschutzgebieten, die von Wasserfahrzeugen nicht überfahren werden dürfen.

Der Begriff „Boje“ ist für Seezeichen unüblich. Da verwendet man das Wort „Tonne“.

  • Bug & Heck

Der Bug ist die vordere Spitze des Kanus, sprich das Ende des Kanus, welches normalerweise in Fahrtrichtung schaut.

Das Heck ist das hintere Ende des Kanus.  

  • Bugpaddler & Heckpaddler

In einem Canadier ist der Bugpaddler (der vorne sitzt) der Vordermann und

der Heckpaddler (der hinten sitzt) der Hintermann.  

  • Buhne an Flüssen

Eine Buhne ist ein in etwa rechtwinklig zum Uferverlauf eines Flusses aus errichtetes wand- oder dammartiges Bauwerk, das der Fahrrinnenvertiefung oder aber der Renaturierung (der Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen) dient. Buhnen werden in der Regel an Flussabschnitten mit relativ geringem Fließgefälle errichtet.

  • Döpper

Ein Döpper ist ein Schwimmkörper, vergleichbar mit einer kleineren Boje, meist in Form eines Kegels. Ein gelber Döpper hat die Form eines Doppelkegels und wird in der Seefahrt zur Markierung von Ankern verwendet, die die Schifffahrt behindern könnten. Er markiert mit Hilfe einer Schnur zum Anker dessen Position unter Wasser.

Er ist ein Schwimmer, also eine Boje in Form eines Rombus. Der Döpper kennzeichnet auch Fahrzeuge unter 20m (z.B. Fähren), denen Kleinfahrzeuge (u.a. Kajaks, Canadier) auszuweichen haben. In Aken markieren Döpper den Verlauf des Gierseils der Fähre und dessen Verankerung in der Fahrrinne. Das Akener Gierseil ist übrigens 330 m lang. Da bedarf es schon mehr als eines Döpper, es zu kenntlich zu machen.

  • Einer

Ein von nur einem Sportler bewegtes Sportfahrzeug.

  • Gebotszeichen

Schallzeichengebot und Hinweiszeichen Fähre (nicht freifahrend)

Beidseitig (flussaufwärts und flussabwärts) steuerbords, jeweils 1,5 km vor der Fähre Aken, befindet sich das Hinweisschild „Nicht frei fahrende Fähre“ - das Ding hängt bekanntlich am Gierseil - kombiniert mit dem Gebotszeichen, ein Schallzeichen zu geben. Dies gilt allerdings nur für die Berufsschifffahrt. Paddler können Trillerpfeifen, Hupen und Tröten zu Hause lassen. Wird das Schallgebotszeichen wie an unserer Fähre mit einem waagerechten Unterstrich ergänzt, soll ein langer Ton gegeben werden.

 


  • Gierseilfähre

Eine Gierseilfähre (auch Gierfähre oder Fliegende Brücke genannt) ist ein Fährtyp, der zur Fortbewegung die Strömung des zu überquerenden Flusses ausnutzt.

Eine Gierseilfähre hängt an einem langen Drahtseil, das sich kurz vor der Fähre aufteilt. Ein Seilende ist am Bug und eines am Heck der Fähre befestigt. Verändert sich nun die Länge der Enden zueinander, verändert sich auch der Anstellwinkel der Fähre zum Strom. Dieses Einstellen der Seilenden geschieht heute mit Motorkraft, im Übrigen ist die Fähre motorlos. Der Druck des anströmenden Wassers drängt sie an das Ufer. Das Drahtseil wird im Fluss verankert und für die Schifffahrt mit Bojen markiert. Damit die Fahrrinne frei bleibt, liegt der Anker für das Drahtseil nicht in der Flussmitte.

  • Griffhand & Schafthand

Die Griffhand ist jene Hand, die das Paddel oben am Griff fest hält.

Die Schafthand ist jene, die den unteren Paddelschaft hält.

  • Hinweiszeichen
Erlaubnis zum Ankern
Erlaubnis zum Ankern

Hinweiszeichen vermitteln uns ihre Bedeutung mittels weißem Symbol auf blauem, rechteckigem Grund.

Am Akener Anger zwischen Fähre und Hochwasserstein weist ein Ankerzeichen auf blauer Tafel darauf hin, dass auf der Seite der Wasser­straße, auf der das Tafel­zeichen steht, geankert werden darf. Das weiße Dreieck zeigt die Richtung der Ankererlaubnis an. Die blaue Tafel unterhalb des Symbols zeigt die Höchstzahl der Fahrzeuge an, die nebeneinander stillliegen dürfen; also eins. 


  • Kilometrierungszeichen

Ab der deutsch-tschechischen Grenze, beginnt die Kilometrierung der Elbe bei 0,0 km, obwohl die alte Dame bis dahin schon 105,81 km zurückgelegt hat. Jeder volle Kilometer wird durch ein weißes Schild mit Kilometerzahl in schwarzer Schrift und ebenso schwarzem Rand angezeigt. Zusätzlich kennzeichnen schmale weiße Schilder die Entfernung zum vollen Kilometer in 200 m Schritten. Mit diesen Angaben und einer guten Gewässerkarte kann der Kanute seine Position jederzeit auf 100 m genau bestimmen. Das Bootshaus des Kanuclub Aken findet man übrigens am Kilometer 276.

  • Kehrwasser/-linie

Ein Kehrwasser bildet sich hinter einem Stein oder einem anderen Gegenstand, der in der Strömung steht. Hinter diesem Gegenstand bildet sich eine Gegenströmung, sprich das Wasser fließt gegen die eigentliche Fließrichtung nach „oben“.  Dort wo das Kehrwasser und die „normale“ Strömung aufeinander treffen, bildet sich eine Strömungslinie, die sogenannte Kehrwasserlinie.

  • Kehrwieder

El Capitano's ganzer Stolz.

  • Navigationshilfen

Als ob es der Verkehrszeichen nicht schon genug gäbe, markieren Navigationshilfen, Zeichen zu Lage und Verlauf der Fahrrinne, den Binnenschiffern wo’s lang geht. Kennt man als Sportbootfahrer deren Bedeutung, weiß man schon zeitig, wohin so ein Dickschiff steuern wird und welche Elbseite man ansteuern sollte, um ihm aus dem Weg zu gehen.

Das auf der Spitze stehende grüne Quadrat signalisiert, dass die Fahrrinne sich am (flussabwärts) linken Ufer befindet. Dem entgegen zeigt ein rotes Quadrat: Die Fahrrinne liegt am rechten Ufer.

Stehende gelbe Kreuze auf Steuerbord und liegende gelbe Kreuze auf Backbord verkünden dem Wissenden, dass die Fahrrinne von einem zum anderen Ufer wechselt. Doppelkreuze liegend (rot-weißer Pfahl = Rechtes Ufer) oder stehend (grün-weißer Pfahl = Linkes Ufer) bedeuten immer: “Bake anfahren und gleich wieder abfahren“!

Ein Modell der Kennzeichnung an der Akener Fähre bastelte für sein privates Schifffahrtsmuseum der gelernte Binnenschiffer und Kapitän a.D. Wolfgang Richter. Quizfrage: Was stimmt an diesem Modell nicht? 

  •  Paddelblattseite Aktiv / Paddelblattseite Passiv

Die Aktivseite ist jene Seite des Paddelblattes, welche bei einem Grundschlag hin zum Paddler schaut und daher den Druck des Wassers abbekommt.

Die Passivseite ist die Rückseite des Paddelblattes. 

  •  Paddel 

Ist ein Ruder, das ohne  Befestigung (ohne Dollen, auch Ruderlager oder Rudergabel genannt) am Boot frei mit den Armen geführt wird und mit dem Paddelboote (Faltboote, Kajaks und Canadier) fortbewegt werden. 

Teilweise wird mit dem Paddel ein Boot auch nur gesteuert (große Canadier und manche Auslegerkanus). 

 

Es wird unterschieden zwischen:

•   zwei Paddelblätter: Doppelpaddel beim Kajak

und

•   ein Paddelblatt: Stechpaddel beim Canadier, Drachenboot, Auslegerkanu, Stehpaddeln, Schlauchboot, einschließlich Rafting und auch Behelfsantrieb von Segelbooten bei Windstille.   

  • Schifffahrtszeichen auch Seezeichen

Schifffahrtszeichen (im Küstenbereich und im Bereich der Seeschifffahrtsstraßen auch Seezeichen genannt) sind hör- oder sichtbare Markierungen, die als Navigationshilfen in der Schifffahrt dienen.

An Flüssen und Kanälen gibt es eigene Beschilderungen je nach den Notwendigkeiten. An den Seiten der Wasserstraßen finden sich Schilder mit Angaben mit Kilometermarkierungen, zu Ankerverboten oder weiteren Regelungen.

Die Binnenschiffahrtsstraßen-Ordnung führt 21 Verbots-, 17 Gebots-, 5 Einschränkungs-, 44 Hinweis- und 14 Empfehlungszeichen sowie zusätzliche Schilder auf. Um sich in diesem Schilderwald nicht zu verirren, erklären wir hier nur die Zeichen, welchen Wasserwanderer oberhalb und unterhalb von Aken begegnen werden.

  • Stechpaddel 

Ein aus einem Schaft und einem Blatt bestehendes Paddel, das im Kanusport beim Canadier benutzt wird.  

  • Süllrand auch Süll

Der Süllrand ist die Einfassung von Öffnungen im Deck von Booten.    

  • Tonne

Tonnen als Seezeichen werden per Anker fixiert und markieren die Fahrrinne für die gewerbliche Schifffahrt an Küsten- und auf Binnengewässern. Sogenannte Spierentonnen (Spieren = Rundhölzer) mit säulenförmigen Verlängerungen kennzeichnen Untiefen oder Gefahrenbereiche. Als schwimmende Seezeichen waren Tonnen meist wie ein Fass aus Eichenholz mit Eisenringen gefertigt. Später entwickelten sich die verschiedenen heutigen Formen. Um 1900 gab es im Elbstrom etwa 134 Tonnen. Die Fahrwassertonnen sind international einheitlich grün bzw. rot gefärbt und unterscheiden sich zudem in der Form. Grüne Tonnen markieren an den Küsten für einlaufende Schiffe die Steuerbordseite, rote Tonnen die Backbordseite. In Amerika, Korea und Japan ist es genau umgekehrt. Es soll ja auch Länder mit Linksverkehr geben!

Auf der Elbe befinden sich in Stromrichtung die roten Fahrwassertonnen steuerbords (also rechts). Kann man in der Dunkelheit die Farbe nicht mehr ausmachen, unterscheidet man sie an der Form der Spitze. Die rote Tonne lauft zylinderförmig aus - die grüne Tonne spitz. Fahrwassertonnen sind am unteren Ende mit einer Schwanzwelle bestückt, welche die Tonnen trotz Strömung senkrecht hält. Die Oberteile dienen als Radar-Reflektoren. Im Winter lagern die Tonnen auf dem Tonnenhof am Hornhafen. Im Frühjahr bei dauerhaft niedrigem Pegelstand unter 3 Meter ist ihre Ruhe und Wartungszeit zu Ende. Die Fahrrinne wird neu vermessen, die Fahrwassertonnen werden gesetzt.

Tonnen sollte man als Kanute immer rechtzeitig ausweichen. Eine Kollision kann fatale Folgen für Boot und Fahrer haben.


  • Verbotszeichen 

Aus unseren Innenstädten allen Kraftfahrern hinlänglich bekannt ist das durchgestrichene „P“ auf rundem Schild. Diese Symbolik auf quadratischen Schild bedeutet Liegeverbot. Die Zahl auf dem Zusatzschild zeigt die Richtung und den Bereich in Metern, in dem dieses Verbot gilt (linkes Bild).

An der Einfahrt zum Hornhafen findet sich dieses Verbotsschild. Dadurch ist dieser Bereich für uns tabu. Ausnahmen bestätigen die Regel und diese ist per Zusatz markiert (Bild Mitte).

Der durchgetrichene Anker bedeutet Ankerverbot (rechtes Bild).


Quellen: de.wikipedia.org, www.twv-kanusport.at, www.wissen.de/lexikon