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Sommerfahrt Decin-Aken: Ansichten aus des Kaisers Beiboot - 6

GefĂ€llt👍9

von Mathias Döbbert

Tag 6: Prettin-Elster

Eine schwierige Nacht und Anstehen zur Morgentoilette können die Vorfreude auf die nĂ€chste Etappe nicht schmĂ€lern. Kraftvoll gestĂ€rkt durch ein ausgiebiges FrĂŒhstĂŒck brechen wir auf ab Prettin-HirschmĂŒhle. Der Himmel ist bedeckt, die Elbe ruhig. Der Abschied von der Wirtin war herzlich und trĂ€nenreich, wenigstens fĂŒr unsere Kavaliere.

Wir halten auf die ElbfĂ€hre Prettin zu. Der Wind frischt auf. Die Fahne der FĂ€hre knattert im Wind. Wir ignorieren den ersten Pausentop und streben weiter abwĂ€rts. Denn ist der Motor erst mal warm gelaufen, will man ihn nicht gleich wieder abkĂŒhlen lassen. Hinter der FĂ€hre Pretsch legen wir zum zweiten FrĂŒhstĂŒck an. Hier treffen wir wieder auf unsere Pappenheimer, die Oppenheimer (Kanuten). Von „Stadt Aken“ samt Athleten weiterhin keine Spur. Es dauert noch eine ganze FrĂŒhstĂŒckspause, bis sie am Horizont auftauchen. Der FĂ€hrmann erteilt eine Drehgenehmigung und so filmen wir von Bord den Vorbeirutsch der Gladiatoren in Paradeuniform.

Ab Pretsch wird die Weiterfahrt zur Hochseeregatta. Das Wellenreiten – ein irrer Spaß fĂŒr die Einer. „Nero“ taucht mit der Burgspitze regelmĂ€ĂŸig unter die WellenkĂ€mme, „Koralle“ liegt ruhig und schwer wie ein Schlachtschiff in der rauen See. Das Flaggschiff bangt ums Wasserfassen. Der Spaß dauert nur wenige Kilometer und wir verschwinden flussabwĂ€rts zeitweise im Windschatten hoher Deiche und Baumreihen, bevor die Sandbuhne vor Burg Klöden zur Mittagspause einlĂ€dt. Im Schatten des Burghofes schmecken kĂŒhle ErfrischungsgetrĂ€nke besonders gut. Bei der Besichtigung der Instrumente peinlicher „Befragungen“ im Folterkeller-Museum, kann sich einem der Magen umdrehen. RĂŒhrei mit Spinat schmeckt trotzdem gut und gibt außerdem noch Kraft fĂŒr die Weiterfahrt. Fast hĂ€tten wir unseren Fahrtenscout verloren, weil dieser als potentieller Zechpreller an den Pranger gestellt worden war. Gemeinsam konnten wir ihn auslösen. Die Weiterfahrt verlief ohne grĂ¶ĂŸere Vorkommnisse. Schon bald kommt die (chinesische) Hochschutzmauer von Elster in Sicht und auf Höhe der FĂ€hre erreichen wir Kilometer zwei-null-null; noch 76 Kilometer bis Aken! Das ist doch ĂŒberschaubar. Wir laufen harmonisch ein in den Hafen von KV „Harmonie“ Elster und entern anschließend unsere Unterkunft. Die Freizeit in Elster wird individuell gestaltet: Spazieren, Schlafen, Ausruhen. Bei einem Kaffee mit Törtchen im Back-&Kaffee-Haus „KĂ€pernick“ zelebriere ich den Etappenerfolg. Ein gemeinsames Abendbrot aller Akener im Ort rundet diesen Sonnabend ab.

*Fotos by Mathias Döbbert *




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