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Schlußfahrt auf der Mulde 30.09.18

von Mathias Döbbert

Den meisten Sportfreunden war der Termin ein Begriff. Am letzten Sonntag im September versammelten sich noch einmal Kanuten zahlreicher Vereine und Individualisten zur letzten möglichen Muldefahrt des Jahres. Der Andrang war wie immer hoch, die Bootsanhänger drängelten sich an der schmalen Zufahrt zur Einsetzstelle am Raghuner Wehr.

Dank der privaten "Taxen" von Harry, Sebastian, Thomas und Günter hatten sich achtzehn gut gelaunte Akener Paddler auf den Weg gemacht, die Mulde zu bezwingen und das herrliche Spätsommerwetter zu genießen.

Doch zuerst galt es, den Fluss zu finden. Hinter hohen, neuen Deichen und einer noch höheren Spundwand versteckt, strömte das wenige verbliebene Wasser der Mulde über die Barriere und säumte das Ufer mit einem Schaumteppich, der einer Schneedecke glich. 

Die Boote wurden eins nach dem anderen eine steile Böschung hinunter geschleppt und auf ihre Reise vorbereitet. Nebeneinander aufgereiht präsentierte sich unsere Flotte aufbruchbereit. Ein gemeinsames Startfoto vereinte schnell noch die Aktiven, bevor man zur Tat schritt. 

Mit kräftigem Anschub glitten die Kanus in die Fluten. Eine Starthilfe geriet zu heftig und schon vom Start weg wurde klar: Wer auf der Mulde paddeln will, muss schwimmen können oder zumindest einen Satz trockene Kleidung dabei haben.

Die Mulde zeigte sich wieder von ihrer romantischen Seite. Sonnenbeschienene Ufer wanden sich durch die Landschaft. Äste aus des Flusses Mitte aufragend ließen uns Phantasieskulpturen erkennen. Gleichzeitig offenbarte sie auch ihre wild-gefährliche Natur. Kurze Stromschnellen galt es zu überwinden, tückischen Baumschwellen auszuweichen und Steine just unter der Wasseroberfläche zu umfahren. Die Steuermänner hatten alle Hände voll zu tun. Ständig wurde die Flußseite gewechselt. Jedes Kräuseln des Wasserspiegels wollte gesichtet und bewertet sein. Trotzdem saß so manche Besatzung eins ums andere Mal auf einer Kiesschotterbank fest. Da half nur Staken Richtung Aken. Auch Treidler waren zu beobachten, die nach dem Ausstieg im Flachwasser ihre Kajaks wieder flott machten.

Je weiter wir uns Dessau näherten, desto tiefer wurde die "Fahrrinne" und entspannt erreichten wir die angepeilte Ausstiegsstelle. Die Mehrheit der Teilnehmer gönnte sich nach dieser wundervollen Fahrt ein schönes Mittag beim Griechen, bevor die Heimfahrt eingeläutet wurde. Es bleibt zu erwähnen, dass ein paar wenige Kostverächter den Heimweg über die Elbe nahmen und die herbstlichen Farben dieses Sonnentages bis zu unserem Bootshaus auf sich wirken ließen.

Mit der Muldefahrt ging auch das offizielle Kanutenjahr zu Ende. Ein schönerer Abschluss ist schwerlich vorstellbar.

*Das Mulde-Treiben beobachtet haben: Martin Max, Harry Schwenzel,

Reiner Liebmann, Sebastian Wedekind und Mathias Döbbert*


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