Kanuten gut zu Fuß

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von Mathias Döbbert

Der Marktplatz schien von Kanuten überflutet, als sich an diesem Freitagabend die Vereinsmitglieder zum Stadtrundgang vor dem Rathaus versammelten; mehr als bei jeder Vereinsfahrt, ob An-, Ab- oder Eispaddeln. Unter den Wissbegierigen befanden sich nicht nur Zugezogene und Gäste der Stadt, sondern auch reichlich Ureinwohner, die gespannt waren auf  bislang verborgene Details ihrer Stadtgeschichte.

Die Bedeutung der Brunnenskulpturen war zwar den meisten Zuhörern bekannt, doch Herr Bauer, seines Zeichens Leiter des Heimatmuseums und in Schiffermütze und Seemannskluft unübersehbar, konnte doch immer wieder einige erstaunliche Fakten an den Mann bzw. die Frau bringen.

Wir bestaunten die erneuerten, bunten Bleiglasfenster der Marienkirche. Wer schwindelfrei war, konnte sogar den Glockenturm erklimmen und die älteste Glocke Akens begutachten. Nach der Kletterei führte der Rundgang die Fischerstraße entlang, wo sich schmucke, kleine Schifferhäuser aneinander reihen. Das Burgtor und das daneben liegende Renaissancesschloß am Bismarkplatz, die heutige Sekundarschule, standen ebenso auf dem Programm wie das geschichtsträchtige "Electricitätswerk" und das ehrwürdige Eingangstor zur ehemaligen Graupenmühle. 

Danach flanierten wir vorbei an der gut erhaltenen, alten Stadtmauer und erfuhren vom Abtragen des vierten Tores der Stadt, des Elbtores. Es mußte dem Boom des Warentransportes geopfert werden, als Aken zu seiner  Blütezeit durch die Flußschiffahrt zur Drehscheibe des industriellen Handels in der Region geworden war.

Mit einem Blick auf den Hafen vom "Ankerplatz" aus, einem ehemaligen Kransockel, endete der einstündige Rundgang, der selbst den Ur-Akenern noch manches A-ha-Erlebnis verschaffen konnte.

 

Als Dankeschön für die interessante Wanderung wurde unser Stadtführer kurzerhand zum Abendbrot ins Bootshaus entführt. Hier konnten sich die Wanderfreudigen und die Fußlahmen bei Schweinekeule mit Sauerkraut stärken und entspannen. Für Kinofans schloss sich nach dem Schmaus noch ein privates Film-highlight an und die Helden des Streifens -Egon, Benny und Kjeld alias Martin, Thomas und Achim- wohnten sogar live der Vorführung bei.

 

Der vergangene Feitag(Erlebnis)abend war eine schöne Ergänzung im Paddelkalender und eine gelungene Veranstaltung, an die wir uns gern erinnern werden dank der fleißigen Organisatoren. 

Man mag uns Kanuten ob unseres sitzenden Sportes belächeln. Doch wie sich gezeigt hat, sind wir auch gut zu Fuß!

*Stadtfotografinnen: Kirsten Worms und Karin Lehr.*



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