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Große Spendenaktion rettet unser Traditionsboot „Stadt Aken/Elbe“

von Franz Porsche und Mathias Döbbert

Er scheint sieben Leben zu haben, unser Renncanadier, das betagte Flaggschiff unseres Vereins. Geboren auf einer Werft in Postelwitz 1954 erlebte er so manches Auf und Ab in seiner Dienstzeit.

Als Sportboot "Einheit" in den 50er Jahren fuhr unser schlanker Flitzer zahlreiche Siege ein oder war Bestandteil von Zeremonien wie der Neptuntaufe 1956. Während der Faltboot-Ära geriet das Mannschaftsschiff von elf Metern Länge zunehmend in Vergessenheit und landete als Attraktion auf einem Spielplatz. Engagierten Kanuten war dieses Ende nicht einerlei und so wurde es gerettet und als "Goliath" wiederhergestellt.

Das Hochwasser 2002 schien jedoch sein Schicksal besiegelt zu haben. Die Wassermassen brachen dem Holzboot zahlreiche Rippen (Spanten). Nachdem die Flut abgeklungen, waren es wiederum beherzte Sportfreunde, die mit Liebe, handwerklichem Geschick und Ausdauer die notwendigen Reparaturen durchführten und uns den C9 (9-Personen-Canadier) erhielten. In den vergangenen 10 Jahren absolvierte das Mannschaftsgefährt mit unserem munteren Seniorenteam die jährlichen einwöchigen Sommerfahrten auf Elbe, Havel, Dahme, Elde, Peene, Spree, Fulda und Weser. 2010 tauften wir das Vorzeigeschiff auf den stolzen Namen unserer Heimatortes "Stadt Aken/Elbe" und zeigten damit seither deutschlandweit Präsenz.

Während unserer Fahrt im vergangenen Jahr von Decin nach Aken stellten wir leider etliche Fäulniserscheinungen am Bootskörper fest. Eine größere Fahrt ohne eine ordentliche Reparatur wäre wohl nicht mehr möglich. Soviel stand fest. Nun stellten sich uns zwei Fragen: Wer kann unser Boot reparieren und können wir die Reparatur bezahlen?

Besonders Franz Porsche ließen diese Fragen keine Ruhe und er ergriff die Initiative. Nach mehreren Internet-Suchaktionen im Anhaltischen, Berliner und Mecklenburger Raum fand er eine Firma in Roßleben, die den entscheidenden Hinweis lieferte auf eine kleine private Bootswerft in Schönebeck. Ausgerüstet mit einer Telefonnummer konnte der Kontakt zu Herrn Beelitz, seines Zeichens Geschäftsführer der Bootsmanufaktur GmbH, hergestellt werden. Man erklärte sich bereit, sich unser Boot anzusehen, um uns ein Reparaturangebot unterbreiten zu können.

Der erste Schritt war getan. Innerhalb von 10 Tagen hielten wir das Angebot in den Händen. Die Sache war ernster als wir vermutet hatten, was die mitgelieferten Bilder des Ausmaßes der Zerstörung eindrucksvoll belegten. Nachdem die Bootshaut abgezogen war, kamen die Schäden erst richtig zum Vorschein. Unglaublich, dass wir damit noch gefahren sind! Und es wurde teurer als wir erwartet hatten. Ein Schock für unseren Schatzmeister, als er den vierstelligen Betrag sah. Wollten wir unseren C9 noch vor Saisonbeginn 2018 repariert bekommen, musste der Auftrag sehr schnell ausgelöst werden, ungeachtet der Tatsache, dass uns die finanziellen Mittel noch nicht zur Verfügung standen.

Freundlicherweise kam uns Herr Beelitz in dieser Frage entgegen. Wir vereinbarten, dass wir die Summe für die Reparatur nicht schon bei Fertigstellung entrichten sollten, sondern erst bei Abholung, wenn wir das Geld zusammengetragen haben würden. Nun musste schnellstens eine Spendenaktion ins Leben gerufen werden, um die Reparatur bezahlen zu können. Im Akener Nachrichtenblatt und auf unserer Webseite machten wir auf unser Problem aufmerksam. Und dann begann das "Klinkenputzen" bei langjährigen und potentiellen Förderern des Vereins.

Die Resonanz auf unsere Spendenaufrufe war überwältigend; zu allererst unter der Stammbesatzung und den übrigen Vereinsmitgliedern. Aber auch interessierte und begeisterte Privatpersonen, die uns bei der Rettung von "Stadt Aken/Elbe" spontan unterstützen wollten, griffen uns finanziell unter die Arme. Natürlich hätte das allein nicht gereicht, hätten uns nicht auch zahlreiche Firmen, Institutionen und Betriebe zur Seite gestanden. Mit ihrer und unserer Hilfe konnten wir gemeinsam die Beschaffung der erforderlichen Mittel stemmen.

Die Mitglieder des Kanuclub Aken e.V. möchten sich an dieser Stelle bedanken bei folgenden Personen und Institutionen, die durch eine Spende zur Rettungsaktion beigetragen haben:

Frau Dr. Hanna Köpernik

Herr Udo Mender

Frau Gerlinde Wesenberg

Herr Martin Schurz

Sportfreund Franz Porsche

Sportfreund Alfred Hädicke

Sportfreund Mathias Döbbert

Sportfreund Alfred Müller

Sportfreund Hartmut Danne

Sportfreund Günter Rudorff

Sportfreund Reiner Liebmann

Sportfreund Günther Pakendorf

Sportfreund Peter Wendt

Sportfreund Günter Hedderich

Sportfreund Günter Weitsch

Sportfreund Harry Schwenzel

Zahnarztpraxis Frank Mosebach

Zahnarztpraxis Udo Czarnota

Woodward GmbH Aken

Ergo-Versicherung Petra Weitsch

Alphamed GmbH Berlin

KWS SAAT SE Einbeck

Hafenbetrieb Aken GmbH

Kreissportbund Anhalt-Bitterfeld e. V.

HRZ Blechbearbeitung- und Handels-GmbH & Co.KG Oranienbaum

Erdgas Mittelsachsen GmbH

Insbesondere möchten wir uns bei Herrn Beelitz und seinen Kollegen von der Bootsbaumanufaktur GmbH Schönebeck für die hervorragende und solide Ausführung des Reparaturauftrages bedanken.

 

Dem Initiator, den Bootsbauern aus Schönebeck und den Spendengebern ist es gelungen, dem Traditionsboot "Stadt Aken/Elbe" ein weiteres Leben einzuhauchen und es für nachfolgende Generationen zu erhalten.


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